Der Kopfbereich, der das Gehirn bedeckt, ist weitgehend mit Haaren bedeckt. Beim Menschen ist der Stirnbereich frei davon. Der Bereich des Gehirn darunter wird als Frontalhirn bezeichnet und stellt nach gegenwärtiger Überzeugung den spezifisch menschlichen Bereich unseres Gehirn dar.
Einer der beiden Entwickler des HEG (» siehe dort) - Verfahrens, Jeff Carmin, mit dem wir in lebendigem Austausch stehen, hat dies einmal in ein treffendes Bild gebracht. Er erzählt, wie er beim Schlachten eines Huhn beobachtete, dass das Huhn - ohne Kopf - noch für einige Zeit heftige, automatische Flügel-, ja sogar eine Andeutung von ungeeigneten "Pickbewegungen" auszuführen schien. Nun: der Kopf des Huhn ist offensichtlich nicht veranwortlich für die Bewegung, wie man oft meint, sondern vielmehr für die Hemmung der Aktion (und damit ihre Koordination mit anderen Bewegungen und Bedeutung im Zusammenhang). Carmin bringt es auf eine einfache, aber treffende Formel:
was für das Huhn der Kopf im Verhältnis zum Körper ist, das ist für den Menschen das Frontalhirn im Verhältnis zum restlichen Gehirn (und Körper). Es hemmt den Automatismus der bloß gewohnheitsmäßigen, instinktiven und unbewussten Bewegungsmuster.
Für die Entwicklung menschlicher Selbstführung (Selbstübereinstimmung oder Kohärenz) und damit für den wesentlichsten Faktor menschlicher Gesundheit ist dieser präfrontale Cortex das entscheidende organische Substrat.
Im einzelnen sind folgende Funktionen des präfrontalen Cortex wissenschaftlich gesichert:
- Körperregulation, insbesondere die hemmenden und beschleunigenden Funktionen werden koordiniert und balanziert
- Feinabgestimmte Kommunikation umfasst die Koordination der Erfahrung einer anderen Seele mit der Aktivität der eigenen als Resonanzprozess
- Emotionale Balance, die die Fähigkeit umfasst, dem affekt-generierenden Limbischen System soviel Aktivierung zu erlauben, dass das Leben Bedeutung hat und nicht soviel, dass das Leben chaotisch wird. Er hat die Fähigkeit, das Limbische Aktivierungsmuster zu überwachen und zu hemmen, indem ein Informationsfluß hoher Dichte zwischen den subkortikalen Limbischen und den präfrontalen Regionen besteht.
- Reaktionsflexibilität als Fähigkeit innezuhalten vor einer direkten Handlung. Dieser Prozess bedarf der Bewertung der eingehenden Stimuli, die Verzögerung der Reaktion, Wählen zwischen verscheidenen Optionen, und die Einleitung einer Handlung. Um diese auszuführen, bedarf es der Mitwirlung der seitlichen Areale.
- Empathie, die damit beginnt, dass eine innere Verschiebung stattfindet zwischen den limbischen und körperlichen Veränderungen, wenn Signale einer anderen Person aufgenommen werden. Darüberhinaus benutzt der mittlere präfrontale Cortex Interozeption, subcortikale Information und körperliche Zustände durch Vermittlung der Insula. Daraus leitet er eine empathische Imagination davon ab, was im Anderen wohl vorgehen könnte.
- Einsicht oder selbsterkennendes Gewahrsein verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Mit Hilfe verschiedener Ein- und Ausgangsbereiche steht der präfrontale Cortex mit den autobiographischen Gedächtnisspeichern und zugleich mit der Aktivierung des Limbischen Systems in Beziehung, die dem Gegenwartsinhalt, der Lebensgeschichte und den Zukunftbildern die emotionale Textur verleiht.
- Angstmodulation wird bewerkstelligt, indem der inhibitorische Neurotransmitter GABA (gamma amino butyric acid) freigesetzt wird, wenn im unteren limbischen Bereich Angst in den Amygdala-Kernen vermittelt wird. Auf diese Weise wird Angst wohl im Limbischen System “erlernt”, “verlernt” aber wird sie durch Vermittlung wachsender präfrontaler Nervenstränge.
- Spürsinn scheint die Registrierung der Eingangsinformation des Netzwerkes mit sich zu bringen, das die Organe unspannt; zum Beispiel Herz, Lung und Gedärm. Umsere Körperweisheit ist mehr als nur eine romatische Metapher, es ist vielmehr Ausdruck eines neuronalen Prozesses dieser Hohlorgane.
- Ethische Selbstbestimmung: Moralische Orientierung wird vom mittleren präfrontalen Cortex entscheidend mitbestimmt.
- (modifiziert aus Ronald D. Siegel: Mindfullness and Psychotherapy)
Beispiel: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADD)
Charakteristisch im thermographischen Bild ist die Minderdurchblutung des zentralen präfrontalen Cortex. Hier zusätzlich Angsterkrankung (linker präfrontaler Cortex).
Wir schulen unsere Patienten in der Anwendung von Aufmerksamkeitstechniken ('mindfulness'). Damit lernen Sie, wenn sie einige meditative Übung mitbringen oft sehr rasch, den 'inneren Fluss von Energie und Information' zu lenken und in der Folge zunächst die Durchblutung, dann auch das organische Substrat des präfrontalen Cortex selbst zu verändern.
Gerade Menschen, die mit Hingabe und Selbstdisziplin spirituelle Übungen durchgeführt haben und den Eindruck hatten, dass sie keinen rechten Fortschritt erzielen, profitieren besonders von dieser Schulung, da es ihnen gelingt, die (oftmals durch somatisch oder psychisch erworbenene Traumen bedingten) Blockaden zu lösen und einen viel freieren Umgang mit sich selbst zu erreichen.
Vor allem die drei großen Verhinderer menschlicher Entwicklung: Angst, Schmerz und Depression, können so aus ihrer nahezu automatenhaften Wirkung entkoppelt und schließlich überwunden werden. Die allgemeinen gesundheitlichen Auswirkungen (vor allem via Immunsystem) sind bei nahezu allen chronischen Erkrankungen tiefgreifend.
Unser Forschungsansatz bezieht sich auf die bildliche Darstellung der Frontalhirndurchblutung (» siehe Thermographie) und ihre quantitative Erfassung (technisch durch IRBIS Process und HEG).







